Was ist Kizomba?

Kizomba ist Musik, Tanz und gelebte Kultur aus Angola. Der Paartanz zeichnet sich durch eine enge Verbindung, natürliche Gehbewegungen und eine ruhige, fliessende Führung aus. Im Mittelpunkt stehen nicht spektakuläre Figuren, sondern das gemeinsame Tanzen, die Musik und die Kommunikation innerhalb des Paares.

Kizomba, Semba und Urban Kiz

Kizomba entwickelte sich in Angola ab den späten 1970er- und frühen 1980er-Jahren. Eine wichtige Grundlage bilden die angolanische Musik und der Tanz Semba. Hinzu kamen musikalische Einflüsse aus der Karibik, insbesondere Zouk. Die Musik wurde langsamer und romantischer – und auch die Bewegungen des Semba wurden an diesen neuen musikalischen Charakter angepasst.

Beim authentischen angolanischen Kizomba entstehen Führung und Verbindung überwiegend durch den Körper und durch natürliche Gewichtsverlagerungen. Die Schritte bleiben meist kompakt, weich und nah am Boden. Kizomba ist vor allem ein sozialer Tanz: Zwei Menschen bewegen sich gemeinsam zur Musik und reagieren unmittelbar aufeinander.

Zusammenhänge und Gegensätze

Semba und Kizomba sind eng miteinander verbunden, aber nicht identisch. Semba wird meist zu schnellerer, lebhafterer Musik getanzt und bietet mehr Raum für spielerische Bewegungen, Richtungswechsel und humorvolle Interaktion. Viele Grundlagen des Kizomba – insbesondere das Gehen, die Verbindung und das gemeinsame Bewegen – sind auch im Semba zu finden.

Urban Kiz

Urban Kiz entstand dagegen wesentlich später in Europa, vor allem in Frankreich. Der Tanz wurde von Kizomba beeinflusst, entwickelte jedoch eine eigene Technik und Ästhetik. Typisch sind eine aufrechtere Haltung, geradlinige Bewegungen, deutlichere Stopps, grössere Distanzen zwischen den Tanzpartnern sowie Einflüsse aus Hip-Hop, Tango und elektronischer Musik. Urban Kiz ist deshalb kein anderer Name für angolanisches Kizomba, sondern eine eigenständige, daraus hervorgegangene Tanzform.

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